Bundeswehr verwischt Spuren

Juni 26, 2007 · Posted in Kommentare 
Bundeswehr verwischt Spuren

Geheimdienst vernichtet brisante Daten… Wenn Informationen zum Politikum werden, ist es mit dem Wahrheitsgehalt der Stellungnahmen dazu nicht mehr allzu weit her. Das der bundeswehr (offiziell der "Zentrale für Nachrichtenwesen der Bundeswehr" kurz ZNBw) wichtige und geheime Daten abgängig sind, besser gesagt vernichtet wurden, ist schon schlimm und ein Lehrstück in Sachen Datensicherheit / -sicherung.

Grundsatz 1: halte immer doppelte Backups vor.

Grundsatz 2: halte immer doppelte Lesegeräte vor

Grundsatz 3: prüfe von Zeit zu Zeit, ob die Daten wiederherstellbar sind

Grundsatz 4: führe Buch über die gesicherten Daten (was, wie viel, usw.)

Gut, es geht auch ohne diese grundsätzlichen Regeln aber immer nur eine Zeit lang.

Wenn aber nun ein ganz offensichtlich anerkannter Fachmann eine schon abenteuerliche Aussage zum Sachverhalt trifft, dann frage ich mich, ob die und allen Ernstes für dumm verkaufen wollen. Ja Herr Melcher, es ist bekannt, dass professionelle Datensicherungsfirmen scheinbar unrettbar verlorene Daten wiederherstellen können, aber das das für "verdaute Datensicherungsbänder" gilt halte ich für kompletten Unsinn. Ich halte Ihnen jedoch zugute, dass sie an der Verzehrbarkeit und der Verdaulichkeit von Datensicherungsbändern genauso zweifeln wie ich Smiley9.bmp
.
Klar, ich betreibe Wortklauberei.. warum? Nun, wenn

Fehler 1: gesicherte Daten nur einmal (Speicherkapazität??) vorgehalten werden und nachdem sich herausgestellt hat, dass sie

Fehler 2: auf einem anderen Lesegerät nicht mehr lesbar waren,

Fehler 3: tatsächlich stumpf vernichtet werden,

dann kommt mir die Geschichte komisch vor.

Der Bund (der Einfachheit halber) gehört sicher nicht zu den kleinen und mittelständischen Unternehmen, die sich eine professionelle Datenrettung nicht leisten können. Warum wird dann der Gesamtbestand an Geheimdienstinformationen aus den Jahren 1999 bis 2003 der Zentrale für Nachrichtenwesen der Bundeswehr vernichtet?

Hintergründiges (worum geht es, was ist, was macht die ZNBw) zum Thema gibt es ganz aktuell bei der Tagesschau zu lesen.

Wieso werden die Daten überhaupt vernichtet, ist hier die Frage wo sie denn ohnehin nicht lesbar waren (ist doch dann total geheim …hehe.) . Man hätte sie dann auch aufheben und im Bedarfsfalle versuchen können, die Daten doch noch zu lesen. Wenn dann erst Jahre später (Bedarfsfall?) herauskommt, dass die Daten vernichtet wurden, dann ist mein Vertrauen in derartige Institutionen, Institutionen die Informationen nach Belieben herausfinden, verbreiten oder aber vernichten nachhaltig gestört.
Auch wenn es um nichts ging – eine Vermutung, die mich bei "Geheim"diensten ohnehin beschleicht – das ist hochgradig unprofessionell. Die Bevölkerung unseres Landes – ich auch – hat die Nasen in Bund und Ländern unmittelbar oder mittelbar beauftragt ordentlich und anständig zu arbeiten und dafür bezahlen wir sie und was machen die… Die Geschichte wird aber sicher ohne nennenswerte Konsequenzen im Sande verlaufen .. wie war das mit den Krähen und den Augen.. Schade, schade..

Ich distanziere mich ausdrücklich von irgendwelchen Theorien, die irgendwem Absicht unterstellen, denn das ganze ist absolut stümperhaft und dann bekommen wir es auch noch mit (.. so geheim ist es Smiley26.bmp
). Wer so vorgeht, handelt nicht vorsätzlich, denn das setzt eine Menge mehr voraus.

Das ZNBw sitzt in Grafschaft – der Ort ist bei normalen Menschen für seinen Zuckerrübensirup bekannt – so sollte es auch bleiben…

Eike Elser, 26.06.2007



Comments

One Response to “Bundeswehr verwischt Spuren”

  1. Maus ist Band on Juni 26th, 2007 14:56

    Magnetbänder können wirklich sogar nach dem Verzehr noch mit speziellen Geräten ausgelesen werden. Die Magensäure wird das Band nicht verdauen und wenn man keinen riesigen Magneten verschluckt hat, auch die Daten in Ruhe lassen.

Leave a Reply




  • Recent Posts

Impressum