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von Eike Elser am 30.05.07

Oft war schon die Rede von der Bedrohung durch Hacker-Angriffe. Wenn derartige Aktionen konzertiert gegen einen Staat geführt werden, nennt man dies auf gut denglisch "Cyber-Krieg" besser Cyber-War.
Fakt ist, dass heutzutage die IT in Rechenzentren ein extrem neuralgischer Punkt ist. Fällt sie aus oder arbeitet sie eingeschränkt, dann treten große Probleme auf. Wir sind von Computern abhängig geworden. Aktuelles Beispiel Estland:
"Estonia depends largely on the internet. We have e-government, government is so-called paperless... all the bank services are on the internet. We even elect our parliament via the internet," Mr Tammet said. (BBC, s.u.))
Siehe auch hier.
Es geht um DOS-Attacken, massierte Anfragen an die Server Estlands, deren Verarbeitung die Rechner in die Knie zwingt. Nachforschungen nach dem Verursacher dieser Attacken haben tatsächlich IP-Adressen aus dem Kreml ergeben. Im aktuellen Denkmalstreit liegt es also dann nahe, den ehemaligen großen Bruder zu bezichtigen und wie der estnische Premierminister Andrus Ansip vom politsch motivierten Cyber-War zu reden.
Es ist nicht mehr die Frage, ob so etwas geht und auch nicht die Frage, ob ein Gegner derartige Angriff durchführen könnte.
Vielmehr frage ich mich, ob DOS-Attacken, wenn sie denn von Russland initiiert worden sind, mit solchen verfänglichen Absenderinformationen versehen wären. Nein, wenn ich mich nicht täusche, gibt es mindestens einen Dritten, der die moderne Infrastruktur (gekaperte Rechner zu Botnets verbunden) nutzt, um Konflikte zu schüren. Ein einbruch in einen Serverpool Russlands und schon steht der getürkte (alt für gefaked-te) Aggressor.
Nein, so dämlich kann niemand sein, eine politisch hochbrisante Aktion mit beigeheftetem Bekennerschreiben zu starten. Ehrlich. Zumal in Russland Spitzen-Programmierer sitzen.
Nachdenkenswert ist allerdings die Tatsache, dass sich im Zeitalter digitaler Medien zweifelhafte Fakten blitzartig verbreiten. Das, was ich erkenne und herausfinde, ist immer nur das, was ich erkennen und herausfinden soll.
Meine Meinung: Wir leben im Informationsangebotszeitalter und die allgegenwärtige Verfügbarkeit jeglicher Informationen dient nur dem Verstellen des restkritischen Blicks.
Mehr dazu auch bei der BBC: http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/6665145.stm
Die Seite der estnischen Regierung zum Denkmalstreit.
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Wong
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Kommentar von:
spotty
(30.05.07 22:32 Uhr)
"Wir sind von Computern abhängig geworden." Stimmt. Man sehe sich nur an, wie Leute einkaufen. Lieber viel teurer bei ebay als beim Fachhändler vor Ort oder sogar echt selbst gemacht. Wenn ich etwas vom Programmieren verstünde, würde ich lieber eine Lösung zu einem bestimmten Projekt erarbeiten als eine meist unvollkommene - weil nicht individuelle - Lösung fertig zu konsumieren. Leider werden die Datenmengen und Datenflüsse immer unübersichtlicher. Man kann als Standard-Nutzer ja nur noch hoffen, dass alles glatt geht und weiter glatt gehen wird.
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