Game over
abgelegt im Archiv IT-Strategie am 24.04.07
Es war mir fast klar, dass es auf kurz oder lang nicht dabei bleiben wird, dass die öffentliche Hand einhellig auf Open Source setzt. Seit vielen Jahren verfolge ich die Entwicklungen auf dem Sektor Open Source und dessen Verbreitung in Behören, aber auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen.
Noch heute krankt die Geschichte daran, dass uralte Argumente Pro und Kontra ins Feld geführt werden. Dabei ist die Zeit unweigerlich weiter fortgeschritten und es hat ein signifikanter Stimmungswechsel stattgefunden.
Während man sich noch trefflich über Vor- und Nachteile und passende Strategien streitet, hat der "Gegner" schon längst die Festung gestürmt. Gab es noch 2002 die Grundsatzentscheidung IUK des Ältestenrat des Deutschen Bundestages für die Einführung von Open Source - eine Entscheidung, die mit Recht gefeiert wurde, gerät Open Source heute langsam wieder ins Abseits. So kennt www.bundestux.de für 2007 keine News.
Zwar hat jeder Entscheider von F/OSS gehört und vielleicht sogar eine positive Meinung, doch unter dem Strich ist der gewonnen geglaubte Boden fast schon wieder verloren. Klar, dass die Anbieter kommerzieller Software nicht ruhen und ganz klammheimlich durch die Küche wieder auf die Bühne geschlichen kommen. Die Masche ist bekannt: es wird ein Bedürfnis auf Mehrwert geweckt, das - man wundere sich später - nur in dieser oder jener Umgebung "testweise" eingesetzt werden kann. Der Featurismus als Wiedergeburtshelfer kommerzieller proprietärer Software-Lösungen.
Zu viele Open-Source-Projekte schossen und schießen wie Pilze aus dem Boden. Der ohnehin noch kleine Markt ist zersplittert und getreu dem Motto "teile und herrsche" kommen die anderen wieder auf die Bildfläche.
Heute verkaufen sich USP (Unique Selling Points) - also auf gut deutsch Alleinstellungsmerkmale - leider werden aber immer noch bekannte Marktführer als OSS nach-gebaut. Was ist dann da Besonderes? Gut, in einigen Bereichen hat Open Source die Nase mehr als vorn, doch ehrlich, ist der Massenmarkt wieder ganz fest besetzt, gibt es bestimmt Funktionen, die darauf angewiesen sind, dass der Server, die TK-Anlage, die Groupware oder was auch immer die gleiche Sprache sprechen, die nicht mehr Linux & Co heißt.

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Tags: OSS www.bundestux.de
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