Google als Datenschützer. Vom Saulus zum Paulus?

Datenschutz bei Google oder besser doch Datenschutz mit Google…
Immer wenn es in der Vergangenheit um Datenschutz und Privatsphäre ging, kam schnell Google als Negativbeispiel zur Sprache. Ob es nun um die Speicherung der Suchanfragen um geocodierte Informationen, Dokumente oder um Mails geht. So mächtig, leistungsfähig und funktions-beladen Goggle mittlerweile daherkommt, so groß wurde – zumindest bei einigen – das Misstrauen in den Informationssammler Google.
Klar war und ist, dass grundsätzlich alle nicht ausreichend verschlüsselten Daten, die im Internet verfügbar sind, als nicht sicher eingestuft werden sollten. Zu oft gab und gibt es "Einbrüche" in Rechenzentren, bei denen dann die Daten mehr oder minder offen liegen.
Unverschlüsselte Emails sollten hinsichtlich der datensicherheit, einer guten Tradition zufolge, wie eine Postkarte bewertet werden: jeder kann sie lesen. Das ist bekannt. Doch der Umfang in dem Daten mittlerweile erzeugt, gesammelt und gespeichert werden, gibt der Geschichte eine neue Tragweite.
Mit entsprechenden Ideen und einiger Routine kann ich heute ziemlich einfach das Profile eines Internet-Nutzers erstellen und sogar ohne spezielle Tricks oder spezielle Tools eine ganze Menge herausfinden.
Doch was ist jetzt geschehen? Die Bundesregierung hat am 18.04.2007 eine Gesetzentwurf zum Thema Vorratsdatenspeicherung beschlossen.
Weitere Informationen zum Thema beim Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (AK Vorrat) und beim virtuellen Datenschutzbüro
Flugs erklärte Peter Fleischer der Nutzerdatenschützer von Google gegenüber der Wirtschaftswoche , das ganze zu einem "schwerwiegenden Schlag gegen die Privatsphäre" und in diesem Fall wolle Google den Google-Mail-Dienst in Deutschland einstellen.
Peter Fleischer ist Global Privacy Counsel bei Google, was mit globaler Datenschutzberater/-beauftragter übersetzbar ist. Er hat in seinem privaten Blog eine ganze Reihe hochinteressanter Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen abseits von Google. Lesenswert!
Eine Steilvorlage für Google oder berechtigtes Zurückrudern? Wahrscheinlich sowohl als auch. Zum einen passt es Google mit Sicherheit ganz hervorragend in den Kram auf einmal als Datenschützer aufzutreten, zum anderen ist die Geschichte mit der staatlichen Kontrolle sowohl für Internet-Provider und Mail-Anbieter eine Herausforderung. Eine Herausforderung in rechtlicher und in organisatorischer Sicht. Die Verbindung der bisher gesammelten Daten mit der Speicherung von nutzerbezogenen Informationen bietet reichlich Zündstoff.
Also ist Googles Reaktion medienwirksam konsequent und unternehmerisch folgerichtig, dient aber nicht vorrangig den Schutz der Privatsphäre.
Immerhin sind die Daten schon gespeichert, man muss nur mehrere Datenbestände zusammenführen. DAS ist das eigentlich interessante an der Meldung.
Einen schönen neuen Tag noch.
(Eike Elser, 25.06.2007)
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2 Responses to “Google als Datenschützer. Vom Saulus zum Paulus?”
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Danke für die weiterführenden Links.. leider funktioneirt der zum privaten Blog von Fleischer nicht richtig… kommt immer creative weblogging…
Ansonsten ist es schön wenn man mal ne recherchierte Meldung sieht.
Google ist ordentlich im Kreuzfeuer. Ihnen dennoch nur Marketinggehabe zu unterstellen geht zu weit. schließlich stimmt es, dass die Vorratsdatenspeicherung die persönliche Freiheit des einzelnen einschränkt. da helfen auch keine Erklärungen, dass diese Informationen nur der Strafverfolgung dienen. Vorratsdatenspeicherung – nein danke – mit oder ohne Gmail.