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von Eike Elser am 28.07.07

"Microsofts Programme ab sofort Open Source" - wäre dieses Statement zu schön um wahr zu sein oder ein taktischer Zug um Konkurrenten auszuschalten?
Es gibt Momente in denen glaube ich, seherische fähigkeiten zu haben. Ein ganz aktuelle Entwicklung bei Microsoft bewegt die Fachpresse und wird intensiv kommentiert. Microsoft goes Open Source oder so ähnlich... Mich überrascht das nicht im mindesten. Hat sich doch der Redmonter Konzern doch in der Vergangenheit arg mit Open Source beschäftigt. Hie und da ein Scheingefecht und ein Ablenkungsangriff. Immer für Unruhe und Bewegung in der Gemeinde sorgend.
Letztlich war und ist klar: Microsoft hat Open Source wahrgenommen. Wenn ein Marktführer etwas wahrnimmt, dann ist das aber auch gleich eine Unternehmensentscheidung mit Zielvorgabe, Roadmap usw.
Das Ziel ist klar - Bekämpfe wo es geht, verbünde wo möglich und baue im Hintergrund eine eigene Infrastruktur auf.
So verwundert es denn auch nicht weiter, dass Microsoft ihre Shared-Source-Lizenzen bei der Open Source Initiative (OSI) vorlegen, ob sie denn nun der Definition von Open Source entsprechen. Hier zeigt sich übrigens wieder einmal wie die "Ich-bin-man-besser-als-wie-ihr-Geschichten in der Open-Source-Gemeinde wirken: spaltend und Kräfte teilend.
Das ist natürlich gefundenes Fressen für Microsoft. Wenn "Bad Red" auch noch zu den "ganz Guten" der OSS-Szene zählt (zumindest der Lizenzvorgabe nach)....man wird sehen.
Was Microsoft dazu kommuniziert ist auf einer eigenen Seite von Microsoft nachzulesen. So sieht Open Source marketingmäßig aufbereitet aus.
Microsoft handelt ganz im Sinne der bekannten Militärstrategen wie Sunzi (Sun Tsu), der schon vor gut 200 Jahren erkannte:
"Die größte Leistung besteht darin, den Widerstand des Feindes ohne einen Kampf zu brechen"
Wer nun noch wissen will was weiter passieren wird der mag dort nachlesen:
- Ein Feuer für einen Raub ausnützen
- Im Osten lärmen, im Westen angreifen
- Etwas aus einem Nichts erzeugen
- Hinter dem Lächeln den Dolch verbergen
- Auf das Gras schlagen, um die Schlange aufzuscheuchen
- Will man etwas fangen, muss man es zunächst loslassen
- Sich mit dem fernen Feind verbünden, um Nachbarn anzugreifen
- Die Balken stehlen und gegen morsche Stützen auszutauschen
- Auf das Dach locken, um dann die Leiter wegzuziehen
- Die List des Zwietrachtsäens
So lautet das in diesem Zusammenhang mehrfach zitierte Yin-
Yang-Prinzip auch: "Verbünden und entzweien." - leider habe ich keine verläßliche Quelle dazu gefunden
Eike Elser 27.07.2007
Permalink: Microsoft goes Open Source
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Wong
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