Noch ein Ende der Privatsphäre

Oktober 19, 2007 · Posted in Buecher 
Noch ein Ende der Privatsphäre

Der Weg in die Überwachungsgesellschaft.

Vom Ende der Privatsphäre habe ich bereits vor einiger Zeit geschrieben, nicht ahnend, dass das auch der Titel eines Buches des obersten Datenschützers wird. Peter Schaar, warnt in seinem Buch vor dem was wir derzeit auf innenministerielles Geheiß hin erleben.
Ganz logisch konstatiert er in dem Buch, dass die immer stärkere Verbreitung des Internet zu einem wachsenden Sicherheitsbedürfnis und damit letztendlich zu umfassenderer Kontrolle führt.
Dass der Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble sich als Freund des Datenschutzes präsentiert, indem er der Buchvorstellung beiwohnte, ist sicher eine nette Randnotiz.
Das "Ende der Privatsphäre" geht vermutlich mit dem Verlust von Scham einher – anders ist die Antwort des Bundesinnenministers auf eine Frage des NDR Exxtra3-Reporters (Video) anlässlich der Buchvorstellung in Frankfurt nicht zu verstehen.

Peter Schaar zum Thema Vorratsdatenspeicherung (Welt online)

Das Buch bei Amazon

Die Buchvorstellung bei netzpolitik.org.

Zitat aus dem Buch:

"(…) Über die ganze Gesellschaft legt sich nach und nach ein
unsichtbares Überwachungsnetz. Seine Existenz wird uns
häufig erst dann bewusst, wenn wir selbst von negativen
Folgen betroffen sind: Der wegen einer negativen Schufa-
Auskunft verweigerte Kredit (vgl. 4.2), das von Unbekannten
elektronisch leer geräumte Konto oder auch nur
die von digitalem Werbemüll vollgestopfte Mailbox (vgl.
4.1) vermitteln eine Ahnung von den negativen Seiten der
elektronischen Erfassungsgesellschaft. Jeder kann völlig
zu Unrecht in Verdacht geraten, gegen Gesetze verstoßen
zu haben, etwa bei der Inanspruchnahme des Internets.
Wir müssen dann beweisen, dass wir keine urheberrechtlich
geschützten Werke aus dem Netz geladen haben und
dass die Anfrage in einer Suchmaschine oder der Abruf
einer Webseite nicht etwa aus Sympathie für extremistische
Bestrebungen, sondern aus wissenschaftlichem Interesse
erfolgt ist.
Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis unsere elektronischen
Persönlichkeitsprofile und digitalen Abbilder ein
regelrechtes Eigenleben führen, wie es in elektronischen
»Zweitwelten« im Internet à la »Second Life« schon spielerisch
erprobt wird.(…)"

Eike Elser 19-10-2007


Comments

Leave a Reply




  • Recent Posts

Impressum