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Aktuelles
von Eike Elser am 27.06.07

So oder ähnlich muss es aussehen, wenn die schlimmsten Befürchtungen wahr werden. Der Streit um das "richtige" zukunftsträchtige Dokumentformat zieht sich. Zur Erinnerung: Es geht um die Standardisierung des zukünftigen Dokumentformats durch die International Organization for Standardization (ISO).
Man sollte die Bedeuting der ISO und damit dieser leidigen Standard-Dokumentformat-Frage nicht unterschätzten,. Was wie ein Nebengefacht auf dem Schlachtfeld der Marktanteile aussieht hat ganz handfeste Folgen. Die Tragweite einer Standardisierung ist auf der Seite des NZZ-Folio 02/05 sehr gut dargestellt.
Microsoft bevorzugt das proprietäre eigene OOXML (Office Open XML). Daneben hat sich bereits OpenDocument Format (ODF) etabliert, das seit mai 2006 bereits ISO-Standard ist.
Derzeit kursiert die Petition der FFii (Foundation for a Free Information Infrastructure), die sich unter den griffigen Titel OOXML dafür ausspricht alle lokalen Repräsentanten darauf hinzuweisen, dass Microsofts OOXML ein "gebrochener" Standard sei.
In der kürzestmöglichen Zusammenfassung baut die Argumentation gegen ooXML darauf auf, dass es im Grunde genommen ein proprietärer Standard von Microsoft ist, der nie vollständig durch andere Anbieter integriert werden kann, erschwerend kommt hinzu, dass Microsoft zahlreiche Patente an OOXML hält.
Die Petition kann auf der Seiten von OOXML unterzeichnet werden - dort gibt es auch noch mal eine - leider englischsprachige - Zusammenfassung der eigentlichen Petition. Derzeit haben rund 9500 Personen diese Petition unterzeichnet.
Interessant: die Deutsche ISO Delegation hat noch kein End-datum für eine entsprechende Einlassung der Petition festgelegt, was bedeuten muss, dass gegenwärtig noch niemand mit denen Kontakt auf genommen hat.
Germany
DIN directorate.international@din.de
Phone: +49 30 26 01-0
Fax: +49 30 26 01 12 31
Who can call them?
Die Gegenseite wehrt sich in einem offenen Brief in dem die Vorteile von OOXML dargestellt werden.
(Eike Elser, 26.06.07)
Die Argumente der FFii in Kürze
(eigene in-etwa-Übersetzung ohne Gewähr..)
1. Es gibt bereits eine ISO Standard mit dem Namen ODF (Open Document Format): ein weiterer (dual) Standard verursacht nur Kosten bei Industrie, Regierung und den Bürgern.
2. Die OOXML-Spezifikation ist durch zahlreiche Patente geschützt, wobei Microsoft als Inhaber der Patente garantiert nicht Rechte an den Wettbewerb zu geben. Würde OOXL standardisiert könnte das weltweite Patentrechtsklagen zufolge haben. Das bedeutet ein hohes Risiko für Konkurrenz-Anwendungen noch bevor die Entwicklung beginnt.
3. Die Sinn eines Standards ist, dass damit Klarheit geschaffen wird. Der Standard sollte durch jeden einfach zu implementieren sien und deshalb mit der kleinstmöglichen Spezification auskommen. Es sollten Rechte vergeben werden diesen Standard in beliebigen Anwendungen zu nutzen, um für eine bessere Kompatibilität, eine Interoperabilität zwischen den Anwendungen zu sorgen, ohne patentrechtliche Fragen. Dei OOXML Spezifikation umfast 6,000 Seiten, wodurch der Wettbewerb Schwierigkeiten haben wird, diesen Standard zu implementieren. Der Anbieter von OOXML gibt dem Wettbewerb keinerlei Garantien und kann jederzeit patentrechtliche Forderungen erheben. In OOXML sind "unklare" binäre Daten enthalten, die ebenfalls dazu führen, dass der Mitbewerber niemals 100% Kompatibilität mit diesen Binar-Daten gewährleisten kann.
4. OOXML enthält binären Daten, um die Abwärtskompatiblität zu anderen Office-Formaten zu gewährleisten. Deren Spezifikation ist nicht offengelegt, so dass Microsoft als einzige diese Abwärtskompatibilität bieten kann.
5. Seit Anfang an profitiert Microsoft Office vom eigenen proprietären Dakumentformat,
während der Wettbewerb keine Chance hatte, die eigene Produkte dazu kompatibel zu machen. Microsoft ignoriert den vorhandenen, wie in der Vergangenheit gezeigt, und versucht nur, eine eigene neuen proprietären "offenen" Standard in Rennen zu schicken, der nur durch Microsoft selber vollständig integriert werden kann. Es existiert schon geraume Zeit ein offener Standard für den Dokument-Austausch. Microsoft baut hier letzten Endes auf ein third-party-plug-in von Sun Microsystems.
6. Gegenwärtig existiert dieser Standard bisher nur auf dem Papier, es ist aber klar, das Microsoft auf kurz oder lang auf diesen "offenen" Standard umschwenken wird. Wird das Wettbewerb auf dem Feld der Standards?
7. Kein Standard kann abwärtskompatibel sein. Abwärtskompatibilität ist eine Sache der jeweiligen Anwendungen, die ältere Standards unterstützten.
8. OOXML ist von der Windows-Technologie-Plattform abhängig. Die Spezifikation ist so verfasst, dass sie nur auf der Windows-Plattform vollständig umgesetzt werden kann, was bedeutet, dass der Standard auf anderen Plattformen (Anm: auch Linux) nicht implementiert werden kann: der Nutzer wird dadurch buchstäblich an Windows "geklebt" vom ersten Tag an, an dem er OOXML im Büro nutzt. .
9. Die Spezifikation von OOXML ist durch den Wettbewerb nicht vollständig umsetzbar.
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Wong
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