Opentape: Open-Source-Klon von Muxtape

Der Online-Dienst Muxtape war ein Überraschungserfolg, brachte er doch ein analoges Relikt aus den 80er und 90er Jahren in die digitale Web 2.0-Welt von heute. Muxtape ermöglichte es seinen Benutzern persönliche Musiksammlungen, ähnlich wie die Mixtapes (Kassetten, falls die noch jemand kennt), im Netz zu speichern und per Stream anderen zugänglich zu machen.
Bis dann Mitte August die RIAA als Vertreter der US-Musikindustrie nicht mehr gewillt war die Urheberrechtsverletzungen hinzunehmen und Muxtape schließen ließ.
Für die Fans von Muxtape ein schwerer schlag. Doch jetzt kommt mal wieder die Rettung aus der Open Source Community. Opentape nennt sich der 1:1-Klon von Muxtape und ist ab sofort frei verfügbar. Neben der Tatsache, dass der Quellcode der Software zur Verfügung steht, unterscheidet sich Opentape in einem Punkt wesentlich von Muxtape: es ist dezentral aufgebaut.
Während das Original noch über einen Server-Cluster lief, wird Opentape auf dem Webspace der User installiert. Somit wird es der RIAA deutlich erschwert rechtlich gegen die Betreiber vorzugehen.
Zuletzt gab es bei Muxtape auch immer wieder Gerüchte über Engpässe bei der Serverkapazität und der Bandbreite, der die Macher um Gründer Justin Ouelette einen solchen Erfolg nicht erwartet hätten. Noch steht steht auf der Website von Muxtape zu lesen, der Dienst wäre nur kurzzeitig nicht verfügbar, weil es Probleme mit der RIAA zu regeln gäbe. Falls sich die Gerüchte bewahrheiten, könnte der Abschied aber schon vollzogen sein.
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2 Responses to “Opentape: Open-Source-Klon von Muxtape”
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ich kann die plattenbosse verstehen
hätte nicht ander sgehandelt
http://www.haso-mag.de
Der Beitrag löst keine Erinnerungen bei mir aus, er berührt eine Realität: Ich höre gerade Musik von rund 300 Audio-Kompakt-Kassetten wie oben abgebildet, die Kopien von CDs enthalten, die ich in den Jahren 1989 bis 1999 aufgenommen habe. In der Stadtbibliothek Frankfurt war damals noch kostenfreies Ausleihen möglich. Die meisten CDs habe ich jedoch kostenpflichtig in Videotheken ausgeliehen. 1 DM täglich und 2 bis 4 DM für eine Kassette habe ich bezahlt. Ach, Schallplatten und VHS-Kassetten habe ich auch noch, ich handle sogar erfolgreich damit. Wer mich verdächtigt, Jahrgang 1953 zu sein, den kann ich beruhigen. Es ist kein Gerücht, sondern wahr. Vom Internet-Sparten-Radio bin ich wieder abgekommen. Das Internet ist eine wunderbare Erfindung für eigene Werke. Sobald andere Urheberrechte und Verwertungsrechte innehaben, geht der Ärger los. Die große Freiheit ist vorbei. Das große Abzocken ist angesagt. Sollte es eines Tages keine Spielwiesen wie Open Source und Webspace für kleines Geld mehr geben, dann wird es ein sehr dunkler Tag sein.
Hans Kolpak
Jura-Weblog.de